Was ist Tourenplanung?
Bei der Auslieferung von Waren müssen die Touren möglichst optimal geplant werden. Auch eine geeignete Lagertechnik trägt zur Effizienz bei.

In fast jedem Unternehmen treten zahlreiche Transportprozesse auf - sei es bei der An- und Auslieferung von Material und Waren, im Produktionsbereich oder im Lager. Um diese möglichst energie-, zeit- und arbeitskraftsparend von A nach B zu transportieren, ist eine effiziente Wegeoptimierung bzw. Tourenplanung vonnöten. Im Lagerbereich und der -logistik werden beispielsweise bei der Ein- und Auslagerung von Artikeln die Wege optimiert, um Effizienz zu erreichen. Bei der Belieferung von Kunden bzw. Auslieferung von Waren ist das Ziel eine optimale Tourenplanung. Dabei versteht man darunter die Minimierung der Fuhrpark(gesamt)kosten bei Einhaltung eines vorgegebenen Leistungsniveaus oder die Erreichung eines möglichst hohen Leistungsstandards bei vorgegebenem Budget. Täglich sind Fragen wie "welche Kunden werden auf welcher Tour beliefert?", "welche Route wird für diese Fahrt ausgewählt?" und "welche Fahrzeuge sind einzusetzen?" neu zu beantworten. Gerade bei vielen Aufträgen und Fahrten ist es wichtig, die (Transport-)Aufträge zu Touren zu gruppieren und in eine Reihenfolge zu bringen. Dabei spricht man bei der Zusammenfassung von verschiedenen Aufträgen zu einer Tour von Clustering. Die Reihenfolge, in der verschiedene Stationen innerhalb einer Tour bedient werden, wird als Routing bezeichnet.
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Tourenplanung: Einfach bis hochkomplex
Grundsätzlich wird das Problem der Tourenplanung als Kombination zwischen dem klassischen Transportproblem und dem Rundreiseproblem (Problem des Handlungsreisenden) angesehen. Für beide existieren mathematische Lösungen. Die Tourenplanung kann eine relativ einfache Aufgabenstellung von homogenen Transportgütern und festen Abnehmerstrukturen mit wenigen Touren und Kunden umfassen. Sie kann aber auch hochkomplex werden - insbesondere dann, wenn es sich um heterogene Gütermengen, wechselnde Empfänger und täglich sich ändernde Restriktionen der Touren und Routen bei einem großen Fuhrpark handelt. Zu den Restriktionen gehören z. B. Zeitfenster, mehrere Depots oder beliebige Start- und Zielpunkte sowie Vorrangsbeziehungen zwischen Aufträgen. Darüber hinaus müssen auch die vom Zeitfenstermanagement vergebenen oder gebuchten Slots beim Kunden eingehalten werden. Bei der dynamischen Tourenplanung ändert sich zudem die Auftragslage z. B. durch neu hinzukommende oder stornierte Aufträge während der Planung häufig kontinuierlich.
Tourenplanungssoftware ist Mittel der Wahl
Aufgrund der Komplexität kommt bei Firmen heutzutage meist Standard-Software oder speziell programmierte Software zur Planung von Fahrten zum Einsatz. Die Tourenplanungssoftware nutzt als Datenbasis u. a. ein digitales Straßennetz, eine Kundenstammdatei, eine Fahrzeug- und Fahrerliste sowie eine aktuelle Auftragsliste. Dadurch lassen sich eine Vielzahl von Restriktionen in der Logistik berücksichtigen sowie die schnelle Berechnung einer großen Anzahl optimierter Fahrten und Routen durchführen. Die Optimierung erfolgt, indem der Transportbedarf einer Anzahl von Kunden zu einer oder mehreren Touren so zusammengefasst wird, dass zeitliche Vorgaben der Kunden, Lasten und Kapazitäten der Fahrzeuge, Pausen- und Arbeitszeiten der Fahrer und Wartungszyklen der Fahrzeuge eingehalten werden, während die anfallenden Transportkosten minimiert werden.
Eine weitere Verbesserung erreicht man durch die Einbeziehung der mobilen Datenerfassung der Transportfahrzeuge. Dabei wird die momentane Umweltsituation mit ausgewertet. Generell wird durch die Planung der Touren mittels Software die Leistungsqualität gesteigert, da alle Bestandteile der komplexen Transportaufgabe berücksichtigt werden. Darüber hinaus erlaubt die Software eine schnelle Anpassung an die sich täglich ändernde Nachfrage, durch eine Minimierung der Dispositionsfehler in der Logistik z. B. durch Fehleinschätzung der zeitlichen und räumlichen Fahrzeugkapazitäten.
Wo benötigen Unternehmen eine Tourenplanung?
Die Tourenplanung ist für Unternehmen sowohl für den Warenein- als auch den -ausgang von Bedeutung. Beispielsweise werden beim Wareneingang Zeitfenster an externe Dienstleister und Lieferanten vergeben. Über eine Software können diese auch Zeitfenster über das Extranet buchen. Durch die Nutzung von Zeitfensterbuchungen wird eine ideale Kapazitäts- und Ressourcenplanung ermöglicht. Von der Zeitfenstersteuerung profitieren neben den Unternehmen auch die Lieferanten. Beispielsweise werden Staus im Wareneingang bei der Anlieferung und Standgelder vermieden, Be- und Entladezeiten werden verkürzt und auch die Kommunikation zwischen Fahrern und Pfortenmitarbeitern wird erleichtert.
Im Warenausgang muss die Auslastung der Transportmittel und -fahrzeuge sowie der vom Kunden geplante Liefertermin beachtet werden. Der Transportdisponent optimiert hier mittels einer Tourenplanungssoftware alle Fahrten sowie das Routing für die Belieferung der Kunden. Zudem muss die richtige Umsetzung von Richtlinien und Vorgaben bezüglich des Transports berücksichtigt werden. Dazu gehört z. B. auch die sachgemäße Planung und Durchführung von kühlpflichtigen und kühlkettenpflichtigen Transporten. Weiterhin müssen die Warenausgangsformulare aktualisiert werden.
Vorteile der Tourenplanung
Eine optimale Tourenplanung führt zu schlanken Prozessen und kurzen Lieferwegen. Der gesamte Fuhrpark wird optimal ausgelastet und amortisiert. Die Effizienz aller Prozesse wird gesteigert. Generell wird die Kundenzufriedenheit und die Zufriedenheit der Mitarbeiter erhöht, da eine verlässliche Belieferung innerhalb der gewünschten Zeitfenster erfolgt. Durch die Planung der Touren und der zugehörigen Logistik entsteht eine erhöhte Transparenz der Prozesse. Die Tourenplanung wird ein überprüfbarer Bestandteil der Supply Chain. Die Tourenplanungssoftware kann zudem mit GPS-Tracking verbunden werden. Daher ist es möglich, die Optimierung jederzeit anhand der tatsächlichen Koordinaten der Fahrzeuge durchzuführen. Darüber hinaus wird der jeweilige Ort der Fahrzeuge jederzeit übersichtlich dargestellt.
Welche Lagertechnik hilft bei der Tourenplanung?
Durch den Einsatz von Durchlaufregalen (Paletten-Durchlaufregal- (PDS) oder Stückgut-Durchlaufregal-Systemen (SDS)) lassen sich der Wareneingang bzw. die Bestückung und der Warenausgang sprich die Entnahme räumlich voneinander trennen. Der Warendurchlauf erfolgt nach dem First in-First out(FiFo)-Prinzip, wobei die Transportwege insgesamt verkürzt werden. Durch das automatische Nachrücken der Artikel bei der Entnahme entsteht eine Zeitersparnis. Die Fläche des Lagers wird gegenüber konventionellen Regalen optimal genutzt (rund 60 Prozent mehr). In den dynamischen PDS bzw. SDS werden die Waren homogen zwischengelagert und meist mit einer hohen Umschlagshäufigkeit entnommen. Daher stellen sie eine gute und flexible Lösung für den Einsatz im Warenein- und -ausgang dar.
Bremstragrollen gewährleisten ein kontrolliertes Durchlaufen der Paletten. Um eine einfache Entnahme der Paletten, ohne „Staudruck“ zu ermöglichen, befindet sich am Entnahmeelement eine Trennvorrichtung, die die vorderste Palette von den restlichen Paletten im Kanal trennt.